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Maria Anneken

geb. Lammers
* 17.12.1937
† 12.01.2025
Erstellt von Neue Osnabrücker Zeitung
Angelegt am 18.01.2025
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Kerzenanimation

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 12.07.2026 um 05:20 Uhr

Liebe Mama!

Heute zünde ich eine Kerze für dich an. Während die Flamme ruhig brennt, denke ich an Zeit – ein Wort, das so schlicht klingt und doch ein ganzes Leben umfasst. Zeit ist mehr als Minuten und Stunden. Zeit ist das, was wir fühlen, nicht das, was wir messen. Sie ist Erinnerung, Entwicklung, Wandlung. Sie ist der Raum, in dem Liebe wächst – und der Raum, in dem Trauer heilt.

Seit du nicht mehr hier bist, hat Zeit für mich eine neue Bedeutung bekommen. Sie ist nicht mehr nur etwas, das vergeht. Sie ist etwas, das mich begleitet, mich fordert und mich trägt. Ich begreife immer mehr, dass Zeit nicht nur Dauer ist, sondern Tiefe. Zeit ist das, was bleibt, wenn ein Mensch gegangen ist. Zeit ist das, was uns verbindet, obwohl wir getrennt sind. Zeit ist das, was uns erlaubt, Schmerz zu verwandeln und Erinnerungen zu bewahren.

Du hast Zeit immer anders verstanden als viele Menschen. Du hast sie nicht gejagt. Du hast sie verschenkt – mit Güte, mit Zuhören, mit Wärme. Du hast uns gezeigt, dass Zeit ein Geschenk ist: kein Wettlauf, kein Druck, kein Besitz. Sondern ein Raum, den man mit Liebe füllt.

Und je länger ich über dich nachdenke, desto deutlicher spüre ich, wie sehr dein Verständnis von Zeit mit dem Gedanken der „geschenkten Zeit“ verbunden war. Jeder Schritt, jeder Tag, jede Stunde – all das war für dich ein Geschenk. Du hast uns gelehrt, dass unser Weg begrenzt ist, dass wir nicht wissen, woher wir kommen oder wohin wir gehen, und dass gerade deshalb jeder Augenblick zählt. Dankbarkeit für das Gelebte, für das Kleine, für das Alltägliche – das war deine stille Weisheit.

Und wenn ich an unsere gemeinsame Zeit zurückdenke, merke ich auch, dass ich nicht immer kommen konnte. Manchmal war das Leben einfach zu viel, und manchmal war es schwer, zu dir zu gelangen. Es gab Situationen und Menschen, die Nähe erschwert haben, und ich konnte nicht so frei zu dir, wie ich es mir gewünscht hätte.

Es tut mir heute unendlich leid, dass dadurch Momente verloren gegangen sind. Dass ich in deinen letzten Jahren nicht öfter bei dir war. Aber ich weiß, dass du verstanden hast, dass nicht alles in unserer Hand liegt. Du hast nie Vorwürfe gemacht. Du hast immer gewusst, dass Liebe bleibt, auch wenn äußere Umstände sie manchmal behindern.

Von dir habe ich gelernt, dass Nähe nicht nur davon abhängt, wie oft man da ist. Sondern davon, wie verbunden man sich fühlt. Und ich war dir immer verbunden – auch in den Zeiten, in denen ich nicht bei dir sein konnte.

Ich bin dankbar für die Zeit, die wir hatten. Und ich versuche, das, was du mir gezeigt hast, weiterzutragen: deine Ruhe, deine Güte, dein Verständnis. Deine Art, Zeit zu schenken, ohne etwas zu verlangen.

Ich hoffe, dass du gespürt hast, wie nah ich dir war – auch dann, wenn ich nicht neben dir sitzen konnte. Unsere Verbindung war stärker als alles, was uns manchmal im Weg stand.

Jetzt, in meiner Trauer, spüre ich, wie sehr ich diese Haltung brauche. Ich lerne, mir Zeit zu geben: Zeit zum Erinnern. Zeit zum Weinen. Zeit zum Wachsen. Zeit, wieder Vertrauen zu finden. Zeit, mich selbst nicht zu verlieren.

Je mehr ich über dich und über Zeit nachdenke, desto geheimnisvoller erscheint mir dieses Phänomen. Schon Schopenhauer sagte, die Zeit sei das, was uns immer narrt – und tatsächlich bleibt sie eines der größten Rätsel unseres Lebens. So alltäglich sie scheint, so unbegreiflich wird sie, wenn wir versuchen, ihr auf den Grund zu gehen.

Auch Forscher und Wissenschaftler, die sich intensiv mit Zeit beschäftigen, beschreiben sie als etwas, das uns ständig begleitet und doch nie vollständig erklärbar ist. Wir sprechen von Zeitnot, Zeitmanagement und besseren Zeiten – aber kaum jemand spricht über die Zeit selbst. Manche Denker wie Alfred North Whitehead versuchten, alle Aspekte unserer Erfahrung in einer umfassenden Sicht auf die Welt zu verbinden. Für sie war Zeit nicht nur physikalisch messbar, sondern ein grundlegendes Element unseres Daseins.

Philosophie und Physik stoßen gleichermaßen an Grenzen, wenn wir fragen: Was ist Zeit? Augustinus sagte: „Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es; wenn ich es erklären soll, weiß ich es nicht.“ Und genau so fühlt es sich an. Wir spüren Zeit, aber wir können sie nicht greifen. Sie verrinnt, sie fließt – und wir wissen nicht, woher sie kommt oder wohin sie geht. Vielleicht berührt uns Zeit in der Trauer deshalb so tief: Sie begleitet uns, fordert uns heraus und schenkt uns zugleich Momente der Heilung.

Zeitforschende erinnern daran, dass Sekunden und Minuten nur menschliche Konstrukte sind. Und manchmal spüre ich das: Die Uhr sagt nichts darüber, wie lang ein Schmerz dauert oder wie tief eine Erinnerung reicht. Vielleicht ist Zeit genau das: ein Raum, den wir füllen. Ein Raum, den wir gestalten. Ein Raum, der uns erlaubt, weiterzugehen – und die Liebe zu bewahren.

Heute wünsche ich mir die stille, weiche Zeit des Herzens: Zeit, dich nah zu fühlen. Zeit, dankbar zu sein. Zeit, das Leben weiterzutragen – so wie du es mir gezeigt hast.

In Liebe, deine Mone

Ich wünsche dir Zeit

Elli Michler

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.


Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.


Ich wünsche dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.


Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.


Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Kerzenanimation

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 05.07.2026 um 08:30 Uhr

Liebe Mama,

seit du nicht mehr hier bist, hat sich mein Blick auf vieles verändert. In der Stille erkenne ich dich deutlicher – und zugleich mich selbst. Das Leben führt durch helle und dunkle Zeiten; nicht jede Wunde ist sichtbar, nicht jede Entscheidung leicht. Manche Erfahrungen hinterlassen Spuren, die bleiben.

In den stillen Räumen, die sich öffnen, wenn das Herz zur Ruhe kommt, begegne ich dir. Dort spüre ich deine Nähe – nicht als bloße Erinnerung, sondern als leises Weiterwirken. Und gerade in diesen Momenten denke ich an deine letzten Jahre, an all das, was du getragen hast. An die Kraft, die du aufgebracht hast, obwohl vieles schwer war. An deinen Mut, der oft still blieb, aber dennoch da war.

Manchmal entsteht in dieser Stille ein Spiegel, der zeigt, was im Inneren lange gewirkt hat. Er zeigt nicht nur meine eigenen Risse, sondern auch jene Spuren, die deine Geschichte in mir hinterlassen hat: die Wärme, die du gegeben hast, und die Wege, die du trotz aller Herausforderungen gegangen bist. Dieser Spiegel richtet sich nach innen. Er macht sichtbar, wo Liebe getragen hat und wo das Leben uns beide geprüft hat – auch durch Menschen, die uns nicht gut begegnet sind und deren Entscheidungen uns schmerzlich gezeigt haben, wie wenig Nähe manchmal bedeutet.

Er ist kein Urteil, sondern ein Erkennen. Ein stilles Ordnen dessen, was man mit sich trägt – und auch dessen, was du getragen hast. Ein Hinweis darauf, wie man künftig mit sich selbst umgehen möchte: achtsamer, klarer, mit einem tieferen Verständnis für die eigenen Grenzen. Solche Spiegelmomente gehören zur inneren Entwicklung. Sie sind ein Schritt hin zu sich selbst, zu einem Bewusstsein, das nicht mehr im Halbdunkel liegt, sondern sich in einem ehrlichen Licht zeigt.

Die Worte von Miley Cyrus geben dem Ausdruck: „Ich habe nicht schlecht über dich geredet. Ich habe darüber gesprochen, was du mir angetan hast. Wenn dich das schlecht aussehen lässt, ist das deine Sache. Die Wahrheit über meine Erfahrung zu sagen, ist keine Bitterkeit. Es ist Klarheit.“

Meine Ehrlichkeit ist ein Akt innerer Wahrheit. Die Verantwortung liegt bei jenen, die im Schatten handelten – nicht bei denen, die Grenzen gehalten haben. Und dennoch weiß ich, dass vieles aus deiner eigenen Geschichte heraus entstand, aus dem, was du erlebt und ertragen hast – und dass manches, was dir begegnete, nicht aus Liebe kam.

Und manchmal denke ich an jene Menschen, die dir nicht guttaten – Menschen, deren Nähe wie ein Versprechen wirkte, das im entscheidenden Moment nicht gehalten wurde. Menschen, die dir nah schienen, solange die Tage leicht waren, aber unsichtbar wurden, als die Stunden schwerer wurden. Menschen, die deine Sanftheit wie etwas Gewöhnliches behandelten, ohne zu erkennen, wie viel Herz darin lag. Menschen, die Wege wählten, die an dir vorbeiführten, nur um nicht mit deiner Wirklichkeit konfrontiert zu werden.

Und die in Momenten des Erinnerns nicht blieben – die sich leise entzogen, als man gemeinsam hätte innehalten können, und deren Abstand deutlicher war als jedes Wort. Menschen, die nicht spürten, dass Gedenken ein stiller Raum ist, der größer wird, wenn man ihn miteinander trägt.

Vielleicht zeigt ihnen die Zeit eines Tages, was sichtbar bleibt, wenn man schweigt, wo man hätte sprechen können, und sich zurückzieht, wo man hätte bleiben sollen. Vielleicht wird ihnen erst später bewusst, wie viel stille Würde in deinem Weg lag – und wie wenig davon sie wahrgenommen haben.

Heute denke ich an dich, weil du in deinen letzten Jahren so viel durchmachen musstest. Ich denke an deine Stärke, an deine Verletzlichkeit, an das, was dich geprägt hat und was du dennoch weitergegeben hast. Vielleicht warst du jemand, der Wärme schenkte, vielleicht jemand mit Fehlern wie wir alle. Doch du warst ein Mensch, der gekämpft hat. Und dieser Kampf bleibt Teil deiner Geschichte – und meiner.

Franz von Assisi lehrte, dass Erfüllung im Herzen liegt – in Einfachheit, Frieden und Menschlichkeit. Vieles davon finde ich in der Erinnerung an dich wieder, gerade in den Momenten, in denen ich spüre, wie sehr du dich bemüht hast, trotz allem.

Ich denke nicht nur an das, was war, sondern auch an das, was bleibt. An die leisen Spuren deiner Liebe, die sich in meinem Leben weiterziehen. An die Stärke, die du uns gegeben hast, selbst in Zeiten, in denen du selbst kaum Kraft hattest. An die Wärme, die du ausgestrahlt hast, auch wenn sie nicht von allen gesehen wurde.

Du wirst weitergetragen – nicht in lauten Gesten, sondern in den stillen Momenten, in denen dein Licht spürbar wird. In den Entscheidungen, die getroffen werden. In dem, was getan wird. In dem, wie erinnert wird. In dem, wie geliebt wird.

Mama, du fehlst. Aber du bist da – in einer anderen Form, in einem anderen Raum, in einer anderen Nähe. Und dieser Platz in meinem Herzen, der dir gehört, bleibt für immer.

In stillem Dank entzünde ich eine Kerze für dich, damit ihr Licht zeigt, dass deine Nähe bleibt – jenseits aller Grenzen.

In Liebe, deine Mone

Gestern

Gestern lag die Welt noch leicht in meiner Hand, und all die Sorgen standen weit hinter dem Horizont. Doch heute zieht ein Schatten über mein Gesicht, als hätte die Zeit mir einen Teil von mir selbst genommen.

Ich suche nach Antworten in der Stille, und wenn die Nacht schwer auf meinen Schultern ruht, taucht eine sanfte Stimme in mir auf – ein Flüstern, das sagt, ich solle atmen, vertrauen, loslassen.

Manchmal klingt in dieser Stille ein Lied, so zart wie ein Vogel, der trotz Dunkelheit zu singen beginnt. Ein Lied, das von Wegen erzählt, die sich winden, von Erinnerungen, die wie alte Freunde bleiben, und von Liebe, die selbst im Schatten weiterleuchtet.

Zwischen dem Schmerz des Gestern und der Hoffnung von morgen steht ein leises Licht, das mich führt. Es zeigt mir, dass Fehler nicht das Ende sind, dass Liebe sich manchmal versteckt, aber nie verschwindet.

Und während ich mich nach dem zurücksehne, was einmal war, lerne ich langsam, die Hände zu öffnen für das, was kommen will.

Denn irgendwo, in einem stillen Raum in mir, klingen Worte, die mich tragen: dass jeder Abschied ein Echo hinterlässt, dass jeder Verlust ein neues Licht entzündet, und dass selbst in den dunkelsten Stunden eine Melodie bleibt, die mich weiterführt.

Gestern hat mich gelehrt zu fühlen. Heute lehrt mich, zu verstehen. Und am Ende dieses Weges steht die Gewissheit:

Aus deiner Liebe wächst ein neuer Morgen, der mich trägt.

Kerzenanimation

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 28.06.2026 um 08:20 Uhr

Meine liebste Mama!

Es gibt Menschen, die gehen leise – und hinterlassen dennoch Spuren, die heller leuchten als vieles, was laut war. Menschen wie Du sind genau solche Lichtpunkte.

Sie brauchen keine großen Worte, keine Bühne, keine Anerkennung. Ihre Stärke liegt in etwas, das selten geworden ist: in Ehrlichkeit, in Menschlichkeit, in einem Herzen, das gibt, ohne zu rechnen.

Solche Menschen glauben daran, dass jeder Mensch einen Platz verdient – nicht am Rand, sondern in der Mitte des Lebens. Sie sehen andere nicht durch Diagnosen, Fehler oder Unterschiede. Sie sehen sie durch ihr Lachen, ihre Träume, ihre Verletzlichkeit. Sie sehen das, was so viele übersehen.

Vielleicht ist es gerade diese Menschlichkeit, die manchmal ausgenutzt wird. Nicht, weil diese Menschen schwach wären, sondern weil sie zu gut sind für eine Welt, in der Güte oft als selbstverständlich genommen oder für eigene Zwecke missbraucht wird. Doch das sagt nichts über ihre Schwäche aus – sondern über ihre Größe. Denn wer gut bleibt, obwohl andere es nicht sind, zeigt wahre Stärke.

Auch Menschen im nahen Umfeld erkennen diese Wärme nicht immer. Und dennoch bleiben solche Menschen sich selbst treu: warm, offen, ehrlich.

Wenn sie gehen, verändert sich die Wahrnehmung. Die Welt wird klarer, ehrlicher, manchmal auch härter. Man sieht Unsicherheit, Vorurteile, Ausgrenzung – und erkennt, wie wichtig es ist, Menschen sichtbar zu machen, damit sie nicht verschwinden.

Sie lehren uns, dem Hass etwas entgegenzusetzen. Nicht mit Lautstärke, sondern mit Menschlichkeit. Mit Wärme. Mit Trotz. Mit Bildern voller Leben, voller Persönlichkeit, voller Wahrheit.

Sie zeigen, dass das Leben bunt bleibt, selbst wenn es dunkel wird. Dass jeder Mensch Spuren hinterlässt – und dass manche Spuren bleiben.

Und wenn man an sie denkt, wenn die Welt für einen Moment still wird, dann entsteht dieser Blick, den man ihnen schenken würde, wenn man könnte. Ein Blick, der alles sagt, was Worte nicht tragen können.

Man lässt sie gehen. Aber man lässt sie nicht los. Sie bleiben in einem. Für immer.

Deine Mone

🌿  In Liebe für meine Mama

Möge Christus, der den Frieden schenkt, dein Herz umfangen, mit jener Liebe, die du so vielen gegeben hast.

Möge die Güte, die du in Herzen gelegt hast, weiterleuchten in all denen, die dich kannten – wie ein stilles Licht, das Gott selbst entzündet hat.

Möge der Herr seine Hand über dich halten, so wie du deine Hand über andere gehalten hast – sanft, treu und ohne Erwartung.

Möge Gott dir zeigen, wie wertvoll dein Herz war: ein Herz, das Menschen sah, wie sie wirklich sind – nicht durch Fehler, sondern durch ihr Lachen, ihre Träume, ihre Verletzlichkeit.

Möge der Himmel dich tragen, wenn die Welt hart erscheint, und möge die Wärme, die du verschenkt hast, zu dir zurückkehren wie ein milder Wind.

Möge der Friede Christi dich finden, wo immer dein Weg nun weiterführt, und möge die Erinnerung an dich ein Ort sein, an dem Liebe und Wärme wohnen.

Und möge dein Licht, das leise war und doch so hell, in denen weiterleben, die dich lieben – heute, morgen und an jedem Tag, den Gott schenkt. Amen.

Kerzenanimation

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 21.06.2026 um 00:00 Uhr

Liebe Mama!

Heute zünde ich eine Kerze für dich an und schreibe diese Worte für dich – einen Menschen, der mit Sanftmut, Mut und Liebe gelebt hat. Hier kann ich in Frieden an dich erinnern. Hier wirkt deine Wärme weiter, und es darf sichtbar werden, wie sehr du geliebt wirst und bleibst.

Es gibt Menschen wie dich, die uns zeigen, dass Frieden nicht einfach geschieht, sondern wächst – in kleinen Schritten, in stillen Momenten, in Entscheidungen, die aus dem Herzen kommen. Sie erinnern uns daran, dass wahre Stärke sanft sein darf. Dass Zuhören heilender sein kann als jedes Argument. Dass ein offenes Herz mehr bewegt als jede Härte.

Manchmal sieht man, wie leicht Menschen sich in Missverständnissen verlieren können, wie Worte schwer werden und Nähe sich zurückzieht. Und gerade dann wird spürbar, wie viel Kraft darin liegt, bewusst anders zu handeln: freundlich, geduldig, warm. Wege zu wählen, die verbinden, statt zu trennen.

Frieden beginnt im Inneren – in einem Blick, der Wärme schenkt, in einem Wort, das gut tut, in einer Geste, die zeigt: „Ich sehe dich.“ Vielleicht ist das eine der wertvollsten Erkenntnisse: dass wir uns nicht in Unterschieden verlieren müssen, sondern in Gemeinsamkeiten wiederfinden können.

Es braucht Mut, offen zu bleiben, wenn es leichter wäre, sich zu verschließen. Es braucht Herz, Wärme zu geben, wo Kälte einfacher wäre. Und es braucht Vertrauen, immer wieder neu anzufangen – mit sich selbst und miteinander.

Wer an die Möglichkeit von Veränderung glaubt, zeigt uns, dass Frieden selbst dort wachsen kann, wo er kaum vorstellbar scheint. Dass Menschen sich entwickeln können. Dass ein neuer Anfang immer möglich bleibt.

Solche Haltungen hinterlassen Spuren – in dem, wie wir einander begegnen, wie wir sprechen, wie wir leben. Liebe, Mitgefühl und Frieden wirken weiter, leise und beständig. Und sie bleiben – in uns und in dem, was wir weitergeben.

Deine Mone

🌿 Segen für meine Mama

Möge Frieden über deiner Seele liegen, sanft wie ein Licht, das alles Dunkel durchdringt.

Möge alles Schwere, das du getragen hast, von dir genommen sein.

Möge alles Wunde heil geworden sein und alles Unruhige zur Ruhe gefunden haben.

Möge Gottes Liebe dich halten und dich weit über diese Welt hinaus tragen.

Möge dein Weg nun leicht sein, dein Atem frei, dein Herz geborgen.

Möge dein innerstes Wesen frei sein – weit wie der Himmel, ruhig wie ein stiller Morgen, getragen von Liebe, die bleibt.

Möge Gottes Gegenwart dich führen in Räume ohne Schmerz, in Zeiten ohne Dunkel, in ein Sein, das nur noch Licht kennt.

Möge dein Weitergehen erfüllt sein von Schönheit, Klarheit und Frieden.

Und möge die Liebe, die du gegeben hast, weiterwirken – in den Herzen, die dich tragen, in den Spuren, die du hinterlassen hast, in allem, was bleibt. Frieden sei in dir, um dich und über dir – jetzt und immer.

Amen.

Kerzenanimation

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 14.06.2026 um 05:30 Uhr

Liebe Mama,

du warst ein Mensch voller Güte, Wärme und stiller Stärke. Du hast unser Leben mit deinem Lachen, deiner Fürsorge und deiner unerschütterlichen Liebe erfüllt. Wer dir begegnete, spürte sofort deine Herzlichkeit – dieses offene, weiche Wesen, das anderen Halt gab, ohne viele Worte zu brauchen. Wir verloren mit dir einen Menschen, der anderen das Glück gönnte, auch wenn du selbst davon mehr verdient hättest.

Du warst eine Frau, die aus einfachen Verhältnissen kam, aus einem Haus, das nicht viel hatte – außer Herz, Glauben und Zusammenhalt. Vielleicht hat gerade das dich geprägt: deine Bescheidenheit, deine Dankbarkeit, deine Fähigkeit, aus wenig viel zu machen. Oft sprachst du Plattdeutsch, so wie es in deinem Herzen klang, und wir antworteten auf Hochdeutsch – und doch verstanden wir uns immer. Wenn du sagtest: „Hest du wat eten?“ oder „Pass up di up“, dann war das mehr als Sprache. Es war Fürsorge, es war Liebe, es war Zuhause.

Immer stand ein Tisch für uns bereit – gedeckt, warm, einladend. Selbst wenn du selbst kaum etwas hattest, hast du geteilt. Selbst wenn du müde warst, hast du gegeben. Selbst wenn es schwer war, hast du es uns leicht gemacht. Du warst immer für uns da. Du hast das Wohl deiner Kinder vor dein eigenes gestellt, hast getragen, verzichtet, gehalten und geliebt – mit einer Selbstverständlichkeit, die nur Herzen kennen, die wirklich groß sind.

Du warst jemand, der mit kleinen Gesten Großes bewirkte. Jemand, der tröstete, ohne zu fragen, und der liebte, ohne Bedingungen zu stellen. Dein Zuhause war ein Ort des Ankommens – ein Ort, an dem man sein durfte, wie man war. Deine Liebe bleibt. Deine Spuren bleiben. Und in den Herzen derer, die dich liebten, lebst du weiter – jeden Tag.

Jeder Abschied ist die Geburt einer Erinnerung. Dieser Satz trägt mich, wenn ich an dich denke. Denn mit deinem Weggehen entstand nicht nur Stille, sondern auch ein Raum, in dem deine Liebe weiterlebt – leise, warm, unzerstörbar.

In den ersten Tagen nach deinem Abschied war alles ein Kampf. Atmen, aufstehen, den Tag überstehen – mehr war oft nicht möglich. Doch selbst in dieser Schwere spürte ich etwas von dir: deine Art, weiterzugehen, auch wenn es schwer ist.

Und manchmal denke ich an jene, die dir nicht guttaten – Menschen, deren äußere Nähe größer wirkte als das, was sie im entscheidenden Moment zeigten. Menschen, die dir nah schienen, solange es leicht war, aber fernblieben, als es darauf ankam. Menschen, die deine Güte selbstverständlich nahmen, ohne zu begreifen, was sie an dir hatten. Menschen, die lieber durch Türen gingen, die sonst keiner benutzt, nur um Begegnungen zu vermeiden. Vielleicht zeigt ihnen die Zeit eines Tages, was sichtbar bleibt, wenn man schweigt, wo man hätte sprechen können, und sich abwendet, wo man hätte gemeinsam erinnern sollen.

Es hat gedauert, bis ich wirklich verstanden habe, dass du nicht mehr hier bist. Manchmal fühlt es sich noch immer unwirklich an. Aber im Erzählen deiner Geschichte, im Ansehen deiner Bilder, im Berühren der Dinge, die du geliebt hast, wird klar: Du bist gegangen – und doch bleibst du.

Die Trauer kam in Wellen: Schmerz, Wut, Sehnsucht, Dankbarkeit. Und immer wieder Liebe. Manchmal brennt sie wie ein Feuer, manchmal legt sie sich wie ein Mantel um mich. Du hast mir beigebracht, dass Gefühle nichts Bedrohliches sind, sondern Wege zurück zu dem, was wichtig war.

Ein Leben ohne dich – das musste ich erst lernen. Neue Wege gehen, Aufgaben übernehmen, die früher deine waren. Und doch höre ich dich manchmal in meinem Kopf lachen, spüre deine Hand auf meiner Schulter, als würdest du sagen: „Du schaffst das.“

Du fehlst mir in jeder Berührung, in jedem Gespräch. Aber du bist da – in meinen Erinnerungen, in meinen Träumen, in den kleinen Zeichen, die mich manchmal wie zufällig erreichen. Ich trage dich in mir wie einen leisen Schutzengel.

Dein Tod hat mein Weltbild erschüttert. Er hat Fragen geweckt, die keine einfachen Antworten kennen. Aber er hat mich auch gelehrt, neu zu sehen: dass Liebe bleibt, dass Stärke aus Zärtlichkeit wachsen kann, dass ein Mensch weiterwirkt, selbst wenn seine Schritte verstummt sind.

Du warst ein Segen für mein Leben. Deine Kosenamen wärmen mich bis heute. Dein Lachen klingt in mir nach wie ein helles Fenster in dunklen Tagen. Und deine stille Würde – die Art, wie du getragen hast, was schwer war – ist das größte Vermächtnis, das du mir hinterlassen hast.

Du warst eine Liebende. Daraus erwuchs deine Stärke. Und aus deiner Stärke wächst heute meine.

Trauer braucht Zeit, Raum und Menschen, die mitgehen. Aber mitten im Schmerz zeigt sich ein Trost, der bleibt: die Liebe, die du mir gegeben hast, ist unzerstörbar. Sie ist die Erinnerung, die geboren wurde, als du gegangen bist. Und sie begleitet mich – jeden Tag.

In Liebe, deine Mone


AM GRAB DER MUTTER

Habe ich ihr je gesagt,
dass sie Segen war für mein Leben?
Habe ich ihr genug gedankt
für die helle Spur, die sie zeichnete
in die karge Landschaft meiner Kindheit?

Sie hat mir Kosenamen geschenkt,
die mich heute noch wärmen.
Immer war ich willkommen
in dem Haus, dem sie die Seele gab.

Ich höre noch ihr fröhliches Lachen.
Es tut mir immer noch wohl.

Das größte Vermächtnis aber,
das sie mir ließ,
ist die stille Würde,
mit der sie ihre Qualen trug.
Dass ein Mensch dies vermag:
noch im Todesschatten fraglos schenkend sein.

Nicht, dass sie stark gewesen wäre von Natur aus.
Sie war eine Liebende.
Daraus allein erwuchs ihr alle Stärke.
Sie war begnadet und hat es nicht gewusst.

Ich aber danke dir, Gott,
dass sie bei uns war.

Antje Sabine Naegeli

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